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Am Freitag, dem 08.Mai 2020, wurde in Meißen die standesamtliche Trauung von Beate Batis und Norbert Maiwald vollzogen.

Was ist daran außergewöhnlich? Es war die erste Trauung, die vom Standesamt Minden in der Meißener Mühle durchgeführt wurde. Bereits jetzt sind weitere Termine geplant und die Windmühle in Meißen wird so ein beliebter Ort an dem der Bund fürs Leben geschlossen werden kann.

Gut 100 Jahre zuvor, am 01.01.1919, erhielt die damalige Gemeinde Meißen ihr erstes eigenes Standesamt das bis zum 31.12.1972 Bestand hatte. 

Erster Standesbeamter war der damalige Gemeindevorsteher Friedrich Forstmeyer, der das Amt bis 1937 ausübte. Ihm folgten für jeweils vier Jahre Heinrich Hopmann und der Lehrer Wilhelm Heine.

1945 übernahm zunächst Bürgermeister Kölling das Amt. Ihm folgte 1947 Friedrich Held, der bis Ende Dezember 1972 die meisten der 661 Trauungen in seinem eigenen Wohnzimmer vollzog. Ilse und Wilfried Höltkemeier, die kurz vor Silvester 1972 die letzten waren, die sich im Standesamt der bis dahin selbständigen Gemeinde Meißen ihr Ja-Wort gaben, können sich noch gut daran erinnern.

Doch was war vor 1919? Bis 1875 wurden die Meißener Hochzeiten beim ev. Pfarramt in Lerbeck beurkundet. Danach, von 1875 bis 1882, war das Standesamt in Hausberge dafür zuständig. In den Jahren 1883 bis 1919 vollzog das Standesamt Lerbeck die Trauungen.

Wer künftig das Ambiente der Meißener Mühle für seine standesamtliche Trauung bevorzugen möchte, kann einen Termin mit dem Standesamt Minden vereinbaren. Auf Wunsch ist sogar eine Besegelung der Flügel der Windmühle möglich, sodass sich diese im Wind drehen und die freudige Kunde weithin sichtbar machen. 

 

Text und Fotos: Karl Heinz Drees