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Was geschah eigentlich in Meißen vor 50 Jahren ?  Eine Schwierigkeit bestand für mich als Ortsheimatpfleger darin, Zeitzeugen zu finden, die sich genau erinnern können. Daher habe ich mich im Archiv des Mindener Tageblattes umgesehen. Ein kleiner Auszug soll das Jubiläumsjahr aufleben lassen:

April

Auf 571 Seiten wird der Gesetzentwurf des „Bielefeld-Gesetz“ im nordrhein-westfälischen Landtag eingebracht. In erster Lesung soll darüber beraten werden. Ein weiterer Schritt zur kommunalen Gebietsreform, die am Ende die Auflösung des Amtes Hausberge und Überführung in die Stadt Porta Westfalica und die Zuordnung Meißens zur Stadt Minden zur Folge haben wird.

In Zeitungsanzeigen suchen Meißener Firmen neue Mitarbeiter: Die Baustoffwerke Minden-Ravensberg suchen für ihr Meißener Fertigteilewerk „1 techn. Zeichner(in), 1 Maurer- oder Zimmermanns-Polier sowie 1 Kraftfahrer Klasse II“. Die Ton- und Betonsteinwerke Lothar Ritter suchen „einen Kraftfahrer Klasse II“. Außerdem gibt die Funk-Auto-Vermietung E.Langemeier bekannt, künftig mit G.Holland zu kooperieren.

Mai

Die neu gewählten Presbyter Bundesbahn-Betriebsinspektor Helmut Schwier (Dorfstrasse) und der Hauptschullehrer Günter Gäbler (Grüner Weg) werden anläßlich der goldenen Konfirmationsfeier in der Kirche zu Lerbeck in ihr Amt eingeführt. Der Presbyter Ing. Ernst Gerdsmeier (Westerfeldweg) wurde in seinem Amt bestätigt. Der vierte Presbyter Friedrich Peter (Freistraße) stand nicht zur Wahl an.

Im politischen Raum wird weiter über die Gebietsreform gestritten. So fordert der Hausberger Bürgermeister Dr. Frohwitter die Teilung Meißens. Der südliche Teil (etwa die neue B65 als Grenze) soll Hausberge zugeschlagen werden und der nördliche Teil soll Teil von Minden werden. Auch Barkhausen und Neesen sind noch in der Diskussion. Glücklicherweise ist Meißen eine Teilung erspart geblieben.

Juni

Frau A. Schlattmann wird aus dem Schuldienst verabschiedet. Der Schulleiter der Grundschule Meißen Rektor Günther Lochno würdigte die Leistungen, den Einsatz und die Freude mit der die beliebte Lehrerin 22 Jahre an der Schule gewirkt hat. Mit den besten Wünschen für einen geruhsamen Lebensabend überreichte er auch im Namen der Kollegen einen Sonnenschirm als Erinnerungsgeschenk.

Unter Vorsitz von Walter Hethey tagte der Kulturausschuß und beriet die Durchführung des Dorfgemeinschaftsfestes 1972. Der Tuspo Meißen feiert in diesem Jahr sein 80-jähriges Bestehen und übernimmt daher die Ausrichtung des Festes. Geplant sind ein  Handballturnier für Schüler, Tanz im Großzelt, die Jubiläumsfeier des Tuspo Meißen und am Sonntag das Kreis-Turnfest, zu dem über 800 Teilnehmer erwartet werden.

Beiträge für die weiteren Monate folgen ….

Karl Heinz Drees, Ortsheimatpfleger in Meißen