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Was geschah eigentlich in Meißen vor 50 Jahren?  Eine Schwierigkeit bestand für mich als Ortsheimatpfleger darin, Zeitzeugen zu finden, die sich genau erinnern können. Daher habe ich mich im Archiv des Mindener Tageblattes umgesehen. Ein kleiner Auszug soll das Jubiläumsjahr aufleben lassen:

Januar

In der ersten Januarwoche werden zahlreiche Einzelheiten zur Gestaltung des Freigeländes sowie der Gruppenräume und der Sanitärräume des geplanten Kindergartens bekannt gegeben. Zuvor hatte das Presbyterium beschlossen, neben dem Paul-Gerhardt-Haus einen Kindergarten neu zu errichten und ihn gemeinsam mit der Gemeinde zu betreiben.

Eine Rückschau auf das vergangene Vogeljahr ergab, dass drei Brutpaare von Turmfalken beobachtet werden konnten. Aufmerksame Vogelbeobachter zählten auch das Vorkommen verschiedener Singvogelarten und stellten einen Zusammenhang zwischen dem verstärkten Einsatz von chemischen Pflanzenschutzmitteln und dem zu beklagenden Rückgang der Population her.  

Februar

Nach achtmonatigem Umbauarbeiten wurde am 25. Februar die „Ratsklause“ wiedereröffnet. Interessant ist die Tatsache, dass das gesamte Holz, das beim Umbau verwendet wurde, von der Meißener „Friedenseiche“ stammt, die im Zuge der Verbreiterung der Dorfstraße gefällt werden musste. Bereits ausgebaut sind verschiedene Klubzimmer, außerdem sind noch Fremdenzimmern geplant.

Erstmals wurde im Rahmen der Jahreshauptversammlung der örtlichen Feuerwehr eine 3 Liter fassende Flasche gezeugt, auf der zu lesen war: „Ich bin die Flasche der Feuerwehr, ich stehe nicht ganz leer, ich nehme in meinem dicken Bauch, Spenden für den Kindergarten an, der nicht lange warten kann“. Die Wehr hat zu diesem Zeitpunkt 139 Mitglieder und unterstützt damit den künftigen Kindergarten.

März

Im Rahmen der Jahreshauptversammlung des Imkervereins Meißen konnte der Vorsitzende Wilhelm Peußner berichten, dass der Honigertrag im vergangenen Jahr zufriedenstellend war. Aus gesundheitlichen Gründen stellte sich W. Peußner nicht erneut zur Wahl. Als sein Nachfolger wurde Wilhelm Starke gewählt. Es wurde darum gebeten, zur Schädlingsbekämpfung nur bienenfreundliche Mittel zu verwenden.

Die Planungen zum Trassenausbau der heutigen Bundesstraßen 482 und 65 machten Bohrungen zur Untersuchung des Bodenuntergrundes erforderlich. Auf einer Fläche von 100 Morgen im sogenannten Gevatterfeld wurden diese Bohrungen jetzt abgeschlossen und lieferten zufriedenstellende Ergebnisse. Damit wurde der Grundstein für die heutige Seenlandschaft zwischen Meißen und Evesen gelegt.

Beiträge für die weiteren Monate folgen ….

Karl Heinz Drees, Ortsheimatpfleger in Meißen